Über ein Leserkommentar auf Basic Thinking bin ich heute auf das OLPC – Projekt (One Laptop per Child) aufmerksam geworden. Als allzeit interessierte Bloggerin habe ich mich also auf die Suche begeben, um mehr über diese die "multimediale Bildungsinitiative" in Erfahrung zu bringen. Hier also erst einmal die Fact’s in Übersicht:
OLPC bezeichnet sich selbst als ein Ausbildungsprojekt. Zielstellung des ganzen Vorhabens ist die Verbreitung eines besonders günstigen Laptops (der Preis soll bei ungefähr 100 Dollar liegen), der speziell auf die Bedürfnisse von bedürftigen Kindern in Entwicklungs- und Schwellenländern angepasst wurde und als eine Art Lerninstrument, ganze im Sinne des 21.Jahrhunderts, genutzt werden soll.
Zitat OLPC Homepage: „Wir stellen den Kinder-Laptop von 'One Laptop per Child' — vor. Es handelt sich hierbei um eine effiziente Lernhilfe, die speziell für bedürftige Kinder in den abgelegenen Regionen dieser Erde entwickelt wird.(...) Das Ergebnis ist die perfekte Harmonie von Funktionalität und Design - eine extrem günstige, flexible, effiziente, langlebige und auch optisch ansprechende Maschine, die es den Menschen in Entwicklungsländern ermöglichen wird, ihren Kindern ein besseres Lernen zu bieten.“
Nun fragt man sich also, warum genau Kinder in Entwicklungsländern einen Laptop brauchen, kämpfen Sie doch in ihrer Realität mit wesentlich essentielleren Problemen? Aber auch hierfür hat das Projekt eine überzeugende Antwort:
„Laptops sind sowohl ein Fenster, als auch ein Werkzeug: ein Fenster in die weite Welt und ein Werkzeug zum Denken. Sie sind ein fantastischer Weg für alle Kinder, um durch selbstständige Interaktionen und Erkundungen das Lernen zu lernen.“
Ich muss bereits an dieser Stelle gestehen, dass mir selten so viel Ignoranz – verpackt in dem allzeit beliebten „wir verbessern EURE Welt“ Kostüm – untergekommen ist.
Wo soll ich also anfangen? Vielleicht bei dem Grundgedanken des Projekts: Bildung.
Hierzu vielleicht ein paar Zahlen über die Bildungssituation in Entwicklungsländern:
- Weltweit können 77 Millionen Kinder nicht die Grundschule besuchen.
- Mehr als ein Drittel der eingeschulten Kinder bricht die Grundschule ab.
- Für sozial benachteiligte Menschen, wie ländliche oder indigene Bevölkerungsgruppen, arme Stadtbewohner, AIDS-Waisen oder Behinderte ist der Zugang zu Bildung besonders schwierig. (Quelle: BMZ)
Ich frage mich also, wie diesen 77 Millionen Kindern – die primäre Zielgruppe des OLPC -Projekts – ermöglicht werden soll, ein Laptop für „nur“ 100 Dollar zu erwerben und dann im „do it yourself“ Prinzip den Umgang mit dem neuen elektronischen „Fenster zur Welt“ zu erlernen. Ein Absurdum, können die meisten von ihnen doch nicht einmal Lesen oder Schreiben. Weiter muss doch hier gefragt werden, warum? Wie Kann man davon ausgehen, dass in einem Land, in dem nicht einmal die Grundversorgung sichergestellt werden kann, die meisten der Menschen weniger als ein Dollar am Tag verdienen, Geschweige denn die Möglichkeit auf einen Schulbesuch besteht, ein Laptop zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen soll?
Aber gut, gehen wir also davon aus, dass eines dieser Kinder eines dieser neuen Super-Toys in der Hand hält und nehmen wir nun weiter an, es findet Gefallen daran – es ist talentiert, es könnte so viel mehr damit tun – fragt sich doch aber leider wie? Es wird sicherlich keine weiterführende Schule besuchen, das kostet in vielen Ländern nämlich Geld, um danach in die Großstadt zu ziehen, um ein Informatik-Studium zu absolvieren. Denn zu Hause wartet die Realität: und die heißt überleben, Geld verdienen, sich um Eltern, Geschwister und Verwandtschaft kümmern und insbesondere für Mädchen und Frauen sieht das ganze noch viel trister aus, wird ihnen in vielen Fällen nicht einmal der Schulbesuch erlaubt.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass das OLPC – Projekt, die Menschen ansprechen möchte, den es etwas besser geht – einer Art Mittelschicht vielleicht – dann habe ich auch an dieser Stelle meine Bedenken, denn die Schere zwischen Armut und Reichtum ist in Ländern wie Äthiopien oder Brasilien (zwei der Zielländer des Projekts) so enorm, dass kaum von einem „dazwischen“ aufgegangen werden kann – Wie und wer sollte also dieses Gerät kaufen?
Kehrt man nun zur Definition dieses Projektes zurück, so bleibt mir ehrlich gesagt völlig verschlossen, an welcher Stelle dieser Laptop auf die Bedürfnisse der Kinder in Entwicklungsländern angepasst wurde? Sicherlich verfügt der Minicomputer über die Möglichkeit „mit seinen Nachbarn über ein lokal beschränktes Gebiet zu kommunizieren, indem es ein "ad hoc" einrichtet“ und sicherlich nutzt der „Laptop innovative Energiequellen (sogar eine Kurbel)“ – sogar vier USB- Schnittstelle wurden integriert. Na dann! Da können die Kinder dann ihren neuen iPod anschließen und Fotos uns Music untereinander austauschen...ganz wie die Kids in der modernen – der besseren Welt!
Ich möchte meinen Beitrag mit einer kurzen Anekdote beenden, die mir eine Freundin erzählte, nachdem ich ihr von dem OLPC-Vorhaben berichtete. Sie war also in Nepal und kam in Kontakt mit einer der vielen Hilfsorganisationen, die dort zu Gange sind. Diese machte sich nun Gedanken, wie sie das Leben, der Kinder in diesem Land verbessern könnten: ein Spielplatz war die Lösung! Ein Spielplatz –ökologisch wertvoll errichtet aus Holz und mit viel Schweiß und Engagement der Helfer/innen. Das Projekt wurde also erfolgreich beendet und er Spielplatz war erbaut. Einen Tag nach der Fertigstellung kamen die Volontäre um das „Meisterstück zu bewundern“ – es war verschwunden, denn in der Nacht kamen die Menschen aus dem Dorf und nahmen das Holz, das sie brauchten um ihr Essen zu kochen!
Weitere Informationen:




Die Argumentation, daß es anderen Kindern viel schlechter geht, zieht hier nicht. Wie ist es moralisch zu vertreten, daß Kinder, die das Pech haben, in einem Land zu leben, in dem zumindest grundsätzliche Ernährung kein Problem darstellt, Möglichkeiten der besseren Bildung durch die 1. Welt nicht zugesprochen bekommen, nur weil ein anderes Kind in einem anderen Entwicklungsland gerade verhungert? Viele kleine Schritte machen die Welt besser.
> Ich frage mich also, wie diesen 77 Millionen Kindern – die primäre Zielgruppe des OLPC -Projekts – ermöglicht werden soll, ein Laptop für „nur“ 100 Dollar zu erwerben und dann im „do it yourself“ Prinzip den Umgang mit dem neuen elektronischen „Fenster zur Welt“ zu erlernen.
Zahlen sollen nicht die Kinder / die Eltern, zahlen werden die Regierungen der Zielländer und teilweise die Leute, die sich am "ich zahle 300 Euro, um so ein Teil zu bekommen, dafür werden zwei nach $entwicklungsland geschickt" - und tatsächlich, die tun das auch, weil so ein Laptop, robust und stromsparend, sehr wohl die Kosten für ein breit gefächertes Schulsystem erträglich machen können.
Beispielsweise ergeben sich Einsparungen für umfangreiche Schulbücher - wieso denn, wenn man das am Laptop machen kann? Man denke hier auch an die Möglichkeiten des Fernunterrichts, gerade in Entwicklungsländern ist die Entfernung zur Schule relativ hoch, und in jedem 100-Seele-Dorf eine komplette Schule (d.h. Lehrer für Sprache, Mathe, Naturwissenschaften...) vorzuhalten ist recht aufwändig und kostenintensiv. Mit einer ausstattung solcher Kleinklassen mit Laptops können unter Aufsicht eines Lehrers Aufgaben ganz fix auch zentral vergeben und korrigiert werden. Auch denkbar sind "Lehrerrotationen" über verschiedene Schulen.
Und ja, wenn man mit einem 100$-Laptop über die Lebenszeit des Gerätes (geplant sind afair 5 Jahre) 700$ an Bildungskosten effektiver einsetzen kann, auch nur für einen Teil der Kinder , dann finde ich das gut.
Es geht hier also nicht um das polemische "Informatikstudium".
Die Kurbel, die du vielleicht etwas lächerlich darstellst, zeugt von großer Einsicht in die Umweltbedingungen durch die Projektverantwortlichen. Nicht in jedem Dritte-Welt-Land ist ein funktionierendes Stromnetz vorhanden - und wenn der Akku ausfällt, muss neuer Strom her, egal ob aus Solar, Kurbel oder der Steckdose (Anmerkung: Die Kurbel wurde meines wissens übrigens "wegrationalisiert", weil sie das Gerät verteuert hätte. Sie ist mittlerweile als Zusatzgerät verfügbar.) Die USB-Anschlüsse mögen vielleicht von dir als IPod-Ladestation eingesetzt werden, hier dürfte es wohl eher um die Möglichkeit eines externen Speichers (wie etwa zur Verteilung von größeren Dokumenten, die über Netz wohl zu lange dauern würden, oder zum Einspielen von neuer Software) dienen.
Die Idee mit dem Spielplatz ist zwar schön, und "ökologisch" hört sich auch gut an, aber wer kommt für ie Instandhaltung auf? Wie sieht dieser Spielplatz heute aus? Ist er möglicherweise eher ein Sicherheitsrisiko? Was genau lernen diese Kinder auf diesem Spielplatz, das ihr Leben als baldiges nicht-mehr-Kind verbessert?
Kommentiert von: Martin | 09. November 07 um 04:57 Uhr
Hey Martin,
vielen Dank fuer Dein Kommentar. In diesem Fall freue ich mich wirklich ueber jegliche Diskussion, weil ich es mehr als wichtig finde. Und ich gebe dir Recht - jeder kleine Schritt zaehlt und nur so kann der Stein ins Rollen gebracht werden. Ich stimme nicht damit ueberein, dass ein Computer Schulbuecher ersetzen koennte - ich denke auch, dass das gar nicht das Problem ist - viele Kinder in diesen Laenern (uebrigens spricht man heute nicht mehr von Dritte und erste Welt...das ist genau der Punkt - wer teilt hier welche Rangfolge ein)haben erst gar nicht die Moeglichkeit eine Schule zu besuchen (siehe Zahlen in meinem post) bzw. niemand ist daran interessiert die Kinder zur Schule zu schicken, weil naemlich Geld verdient werden muss...Zu dem Spielplatz - ich glaube, das ist falsch angekommen: die Organisation hat den Spielplatz fuer die Kids erbaut, doch am naechsten Tag war er verschwunden, weil die Idee eines Spielplatz in Nepal an sich zwar schoen und richtig ist - aber leider voellig vorbei an der Realitaet geht (die Leute stahlen das Holz mit dem der Spielplatz erbaut wurde, um damit zu kochen - und das ist nicht ausgedacht oder ueberzogen oder so) und ich fand das ein sehr passendes Beispiel: zuerst sollte doch die Grundversorgung in Laendern wie Aethopien sichergestellt werden - (z.B. die Moeglichkeit eines Schulbesuchs)-und erst dann verstehe ich die sache mit dem Computer, aber vorher ist es einfach westliche Blindheit - auch wenn mit guten Absichten! So lange nicht wirklich eine Ursachenbekaempfung vorgenommen wird werden all die besten Absichten nichts in dieser Welt veraendern!
Kommentiert von: Anki | 09. November 07 um 07:48 Uhr
Hallo Anki,
Das mit dem Spielplatz habe ich nicht wirklich 100% erfasst, mein Fehler.
Die genaue Bezeichnung von dem, was ich immer noch als "Dritte Welt" bezeichne, ist eine Frage der political correctness. Eigentlich lehne ich es ab, von "Entwicklungs- und Schwellenländern" zu sprechen, weil dann ganz schnell der Bogen zu einer angeblichen "Unterentwicklung", d.h. einer nicht nach "westlichem Vorbild" vollzogenen Entwicklung und damit einer Minderwertigkeit gespannt wird. Viele dieser Kulturen waren aber bereits in voller Blüte, als man bei uns noch gegen die Römer kämpfte.
Daß eine Bezeichnung der "Dritten Welt" als solche keineswegs eine Rangfolge darstellt, sollte jedem, der sich mit dem Begriff auseinandergesetzt hat, klar sein. Wikipedia hilft hier weiter.
Den Hinweis, "man" spreche nun nicht mehr von 3. Welt, finde ich deshalb unangebracht. Die relativ wenig wertenden Begriffe der aktuellen Politikwissenschaften sind im allgemeinen Sprachgebrauch unbrauchbar, weil sie nicht von der Allgemeinheit verstanden werden.
Ich möchte dich darauf aufmerksam machen, daß auch in "zivilisierten" Europa Kinderarbeit gar nicht ungewöhnlich ist. Sicher, das beschränkt sich auf einen relativ eng gesteckten Rahmen, etwa auf den schätzungsweise 7-jährigen Sohn, der zusammen mit seinem HartzIV-beziehenden Elternteil Zeitungen austragen *muss*, oder die Tochter eines Bauern, die eben auch morgens um 5 mit im Stall stehen und helfen muss. Sicher, das ist nicht "20 Stunden am Tag Ziegel schleppen", und eine halbwegs brauchbare Schulbildung bekommen die beiden auch. Aber es ist eine Realität, die nicht vergessen werden sollte.
Dann sollte vielleicht auch bedacht werden, daß viele Familien, gerade in dem, was du vermutlich als "Schwellenländer" bezeichnest, eine Überlebenssicherung von der Arbeit dieser Kinder abhängt. Menschen, die verhungern, wenn ihre Kinder lernen statt zu arbeiten, werden auch ein Gesetz brechen, das Kinderarbeit verbietet und Schulbesuch vorschreibt. Wenn du hier helfen willst, ist nicht die Zwangseinweisung in eine Schule der richtige Weg, sondern das durchsetzen sozialer Lohn/Gehaltsstrukturen.
Richtig ist, das eine Grundversorgung in Äthiopien schön wäre. Du verkennst aber, daß die allermeisten OLPCs von den Lädnern selbst gekauft werden, ohne westliche finanzielle Unterstützung, oder durch einen Parallelverkauf der Maschine (die im Übrigen gar nicht so unattraktiv für westliche Konsumenten ist. Sie wurde konzipiert auf niedrigen Stromverbrauch, dh. hohe Akkulaufzeit und extreme physikalische Belastungen [hohe Luftfeuchtigkeit, extreme Hitze/Kälte, Schläge, Staum]. Genau die Probleme, wegen deren auch bei uns die meisten Maschinen zum Fall für den Schrottplatz werden). Kein Kind in Äthiopien verhungert, weil die westlichen Hilfslieferungen in Form eines Laptops an ein Kind in Uruguay geflossen sind.
Kommentiert von: Martin | 09. November 07 um 08:29 Uhr
Ich denke, ein OLPC löst natürlich nicht alle Probleme der Welt, vor allem nicht der Ernährung. Aber IMHO ist er in einem anderen Teil wichtig, er hilft nämlich dabei, nicht den Anschluss an unsere Informationskultur zu verlieren.
Jedes Kind, das einen OLPC besitzt hat dadurch eine potentiell riesige Zuhörerschaft. Das finde ich sehr wichtig. Es hat außerdem Zugriff auf einen fast unendlichen Wissenschatz.
Und auch für die westliche Welt kann das OLPC wichtig sein, schliesslich ist es ein recht robustes und vor allem stromsparendes Erzeugnis (ok, kenne jetzt nicht die gesamte Ökobilanz). Und IMHO lohnt auch das. Ich zumindest hätte gern so eines (allerdings vielleicht in anderem Design ;-)
Ich werde auf mrtopf.de bald auch noch die beiden anderen Teile der Keynote von Alan Kay einstellen, denn bei ihm geht es ja genau um Bildung. Das war ein Aspekt, der mir z.B. bei dem OLPC bis dahin noch nicht so ganz klar war (hatte mich aber damals auch noch nicht näher damit beschäftigt, nur davon gehört).
Auch die Keynote von Eben Moglen werde ich noch einstellen, denn er erwähnt das OLPC auch in Bezug auf die Möglichkeiten, die es einem Kind bietet (soweit ich mich erinnere).
Kommentiert von: Christian Scholz | 14. November 07 um 12:15 Uhr
Hey Christian,
danke für dein Kommentar. Dein Anmerkung über die potentielle Zuhörerschaft, fand ich sehr anregend und richtig!Definitiv ein Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist. Den Punkt über eine mögliche Gefahr den Anschluss an unsere Kommunikationsgesellschaft zu verlieren finde ich wiederum schwierig, denn wer sagt, dass die kids sich unseren Vorstellungen einer modernen Gesellschaft anschließen sollten. Was ich primär an dem ganzen OLPC Projekt kritisiere ist, dass es an die Realität der Kids vorbei geht - und immer diesen "unangenehmen" Beigeschmack von " wir helfen euch unsere Welt zu verstehen" hat.
Kommentiert von: Anki | 15. November 07 um 00:51 Uhr
hallo,
ich möchte sagen, dass ich hier anki vollstens unterstütze, denn deren geringstes problem wird wohl gerade das neueste aus dem www sein! außerdem: habt ihr mal daran gedacht, dass es vielleicht gar kein telefonnetz gibt und damit auch kein internet? und wenn doch, wer bezahlt das, denn mit dem gerät allein ist es wohl nicht getan. und wie um himmels willen das alles benutzen wenn das kind nicht weiß was die zeichen auf der tastatur bedeuten?
was anki sagen wollte ist, glaube ich, abgesehen davon das dieses projekt wirklich an den realen problemen der menschen vorbei geht, dass ein anderer ansatz von entwicklungshilfe gefragt ist, was sie durch ihr spielplatzargument nochmal verdeutlicht hat. und da stimme ich mit ihr vollstens überein.
liebe grüße aus berlin :)
anne
Kommentiert von: anne | 15. November 07 um 04:37 Uhr
Hi,
ich habe mit spannung eure diskussion gelesen, aber eine frage bleibt für mich offen:
habt ihr schon einen olpc gesehen und ausprobiert? da würden sich meiner ansicht nach viele fragen klären. ich selbst war in äthiopien und habe gesehen wie die welt (3-welt, entwicklungswelt, schwellenland,...)dort agiert, reagiert und wie die strukturen dort aufgebaut sind.
zum olpc:
das internet z.b. baut sich über eine mesh-netwerkverbindung auf, es wird also bei flächendeckender verbreitung, und genau dies ist ja geplant, kein telefon in jedem tukul gebraucht. zudem habe ich mir den laptop angeschaut und bin sehr fasziniert davon. die bedienung ist gestaltet, und genau das wurde dort getestet, dass kinder intuitiv den umgang damit lernen.
ich denke, dieses gerät einfach als "neues Super-Toy" zu verspotten ist sicher zu einfach.
ziel ist ja, wissen aufzubauen und dieses als grundlage zu nehmen für die zukunft.
genauso kann ich die frage stellen ob es sinnig ist, dass hilfslieferungen samen liefern, die nicht in den belieferten regionen angebaut werden können? sollte man immer nur fertige nahrung liefern oder würde es nicht sinnvoller sein nachhaltige hilfe zu leisten (z.b. den bauern zeigen, wie sie ihre ernte erweitern können) ?
viele grüße
nina
Kommentiert von: Nina | 20. Februar 08 um 02:43 Uhr
Hallo Nina,
vielen Dank für dein Kommentar! Ich gebe Dir in einem Punkt Recht: der OLPC Laptop ist sehr sinnvoll für die Vernetzung untereinander - ich denke, dass das Gerät hier wirklich neune Möglichkeiten eröffnen könnte.
In Punkto nachhaltige Hilfe: ich bin der Ansicht dass es ueberhaupt nicht sinnvoll ist , Sachen nach Africa zu senden und so die lokale Ökonomie zu zerstören. Ich denke auch, dass wir dort niemanden zeigen müssen, wie 'etwas erweitert' werden kann, denn die vorhandenen Ressourcen sind oft gut - nur leider nicht genutzt oder gnadenlos unterschätzt!
Kommentiert von: Anki | 20. Februar 08 um 03:03 Uhr