In regelmäßigen Abständen treffe ich immer wieder auf Menschen, die massenhaft Vitaminpräparate kaufen und konsumieren. Als Verfechterin natürlicher Heilungs- und Präventionsansätzen finde ich mich also immer wieder in heißen Diskussionen über Pro- und Kontra der lustig bunten Pillen. Grund genug also, der Frage einmal auf den Grund zugehen.
Was sind Vitamine: Vitamine sorgen grundsätzlich für das Funktionieren des Stoffwechsels. Ihre Aufgabe besteht in einer Regulierung der Verwertung von Nährstoffen wie Kohlenhydraten, Eiweißen und Mineralstoffen. Vitamine stärken das Immunsystem und sind unverzichtbar beim Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen.
Wir brauchen Vitamine also um fit und gesund zu bleiben. Der Körper kann die kleinen Helferchen allerdings nicht natürlich produzieren: das ist der Grund dafür dass wir schon im Kindergarten die Sache mit dem gesunden Obst und Gemüse lernen.
Um den unangenehmen Verzerr des "gesunden Teufelszeug" zu umgehen hat sich die Pharmaindustrie also gedacht: entwickeln wir doch einfach ein paar Pillen, die alle wichtigen Vitamine beinhalten und die sich, um die ihrer Gesundheit besorgten Menschen, kümmern. Das spart schließlich Zeit, Aufwand, bringt jede Menge Kohle und macht die Menschen Gesund.
Schön wäre es gewesen: Aber immer mehr medizinische Studien weisen auf die Untauglich- bis hin zur Schädlichkeit der Präparate hin. Hierzu zwei Beispiele (Quelle: Medizin.de):
"(…) In keiner von neun Interventionsstudien an über 110.000 Menschen brachte die hoch dosierte Gabe antioxidativer Vitamine in Bezug auf Gelenkentzündungen und Krebsleiden im Vergleich zu Plazebo Vorteile. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie geht davon aus, dass für antioxidative Vitamine kein präventiver Effekt nachgewiesen ist. In einem Reagenzglasversuch war die Wirkung von isoliert getestetem Vitamin C gleich null, während Äpfel mit Schale das Wachstum von Kolontumor-zellen hemmten. Vitamin C aus der Retorte ist nicht gleich Vitamin C aus Apfel & Co(…)"
"(…) In der ATBC-und der CARET-Studie wurden 20 bzw. 50 mg Beta-Karotin über fünf bis acht bzw. vier Jahre an Raucher verabreicht und gegen Plazebo getestet. In der Karotingruppe beider Studien war die Lungenkrebsrate deutlich höher als in den Plazebogruppen (…)"
Darüber hinaus wird darauf hingewiesen dass die viel verkauften Kombipräparate, die eine Vielzahl unterschiedlicher Vitamine in Hochdosierter Form beinhalten wenig sinnvoll sind, da sie – sollte tatsächlich ein Vitaminmangel vorliegen, nicht in der Lage sind Defizite eines einzelnen Vitamins auszugleichen.
Es empfiehlt sich also eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die die wichtigen Vitamine natürlich beinhalten und so für den Körper leichter "umsetzbar" sind. Die DGE empfiehlt fünf Portionen pro Tag, für Erwachsene mindestens 400g Gemüse/Salat und 250g Obst.
Fazit: Meine Recherche hat mich darin bestärkt, auch weiterhin über die Einnahme von Vitaminpräparaten zu diskutieren. Alle Quellen, die ich gesichtet habe kommen zu demselben Schluss: Nicht die verschlechterten Lebensbedingungen (etwa die Lebensmittelqualität) verursachen eine Unterversorgung an Vitaminen, sondern die stetige Abstinenz einer gesunden Lebensweise zu der nun auch mal eine gesunde Ernährung gehört. Wer sein schlechtes Gewissen dahingehend also beruhigen möchte, sollte das Geld für die Präparate sparen – denn diese machen weder gesund noch können sie Defizite ausgleichen - und vielleicht über den Verzehr des ein oder anderen Apfels nachdenken.
Na dann – guten Appetit!
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