Im Jahr 2006 kamen mit der IFA das erste Mal Angebote für das so genannte IP-TV auf den deutschen Markt. Seit dem verbreitet sich diese neue Form der digitalen Medienverbreitung im rasanten Tempo. Dennoch ist Deutschland, mit derzeit gerade mal ca. 35.000 Haushalten, im direkten Vergleich mit anderen europäischen Ländern, weit von einer weitflächigen Nutzung entfernt.
Experten gehen jedoch davon aus, dass sich IP-TV bald zu einem Massen-Trend entwickeln und zunehmend mehr und mehr User gewinnen wird. So sagt etwa die Studie "European IPTV: Mass assessment and forecast to 2009" voraus, dass es bereits im Jahr 2009 mehr als 8,7 Millionen IP-TV – Abonnenten europaweit geben wird, allein 1 Millionen Nutzer werden davon bis zum Jahr 2010 aus Deutschland erwartet.
Aber was verbirgt sich genau hinter dem Begriff IP-TV und welche Vor- und Nachteile bietet die neue Technologie? Welche Anbieter gibt es derzeit in Deutschland und welche technischen Vorraussetzungen brauch man, um das Angebot nutzen zu können? Nachstehend sollen diese Fragen in Kurzform beantwortet werden:
- IP-TV – der Begriff
"IPTV steht für die Abkürzung Internet Protocol Television – frei übersetzt so viel wie‚ 'Internet Protokoll Fernsehen." Dabei werden Fernsehprogramme oder Filme nicht mehr über den Kabel- oder Satellitenanschluss, sondern aus dem Internet bezogen. Die Programminhalte können über den eignen Fernseher, Computer oder einem UMTS-fähigen Handy gesehen werden.
- Übertragungsverfahren
- Unicast: Der Zuschauer kann individuell zwischen angebotenen Programminhalten wählen und entscheiden wann und wo er diese sehen möchte. Es gibt also kein kontinuierlich gesendetes Programm eines Annbieters, sondern Fernsehen a la Carte! (Video-on-Demand-Dienst)
- Multicast: Bei diesem Verfahren greifen die Nutzer auf dieselben Daten des Anbieters zu. Die Reihenfolge oder der Zeitpunkt eines bestimmten Programms ist somit nicht beeinflussbar.
- Technische Vorraussetzungen
- eine möglichst schnelle DSL-Verbindung (Ein DSL-16000-Anschluss (ADSL 2+) ist die Grundvoraussetzung)
- Bei der Nutzung über ein TV-Gerät: eine „Set-Top-Box“, die die empfangenen Signale aus dem Netz in Bilder umwandelt – also das Verbindungsstück zwischen Internet und Fernseher darstellt.
- Ein IP-TV – Anbieter (Um das Angebot nutzen zu können muss ein kostenpflichtiger Vertrag mit einem IP-TV Anbieter abgeschlossen werden, der das jeweilige Programm zur Verfügung stellt)
- IP-TV Anbieter in Deutschland
- T-Home IPTV -Entertain- (ca. 70 freie Kanäle, 30 Pay-TV Kanäle, 2000 Movies Video on Demand)
- Arcor IPTV - Digital TV – (ca. 50 freie Kanäle, 60 Pay-TV Kanäle, 500 Movies Video on Demand)
- Alice homeTV (ca. 60 freie Kanäle, 40 Pay-TV Kanäle, 600 Movies Video on Demand)
- "On Demand" – Portale: (u.a.) Maxdome, in2movies.de, Premiere - Video on Demand
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- Vor- und Nachteile IP-TV
Pro IP-TV
- Zuschauer kann sein individuelles Fernsehprogramm zusammenstellen
- Kontrollierbarer Datenfluss (Stream Control), z.B. Pause, vorspulen, zurückspulen
- Auf TV, Computer und Handy verfügbar
- Einige Angebote ermöglichen das Mitschneiden des laufenden Programms
- Umfangreiche Zusatzfeatures: digitale Programmzeitschrift, Hintergrundinformationen zum Inhalt, Schauspieler usw.
Kontra IP-TV
- erfordert eine schnelle Internetverbindung
- kostet Geld
- mitunter müssen Zusatzgeräte angeschafft werden
- Technik steht erst am Beginn und ist z.T. nicht ausgereift
Fazit
Ohne Frage wird das Angebot des IP-TV den Fernsehmarkt revolutionieren. Der größte Vorteil für den Nutzer liegt darin, dass Inhalte individuell abrufbar sind und man so nicht mehr auf die Programmgestaltung von Fernsehsender angewiesen ist. Darüber hinaus ermöglicht IP-TV, seine Lieblingssendung dann zu sehen, wann immer Zeit dafür ist. In vielerlei Hinsicht fehlen dem Angebot noch die technischen Raffinessen und von einer Anbietervielfalt kann man derzeit auch nicht wirklich sprechen. Dennoch sehen viele Experten im IP-TV das Fernsehen der Zukunft. Die rasant steigenden User-Zahlen geben ihnen dabei recht. Interessant ist hierbei auch die Frage, ob die kostenpflichtigen Demand- Angebote auch zur Unterbindung der "halb-legalen" Download-Portale, auf die viele Zuschauer zurückgreifen, um sich ihren Lieblingsfilm oder die verpasste Vorabendserie runter zuladen, beitragen werden.
Weitere Informationen
IP-TV (Wikipedia)



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